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Trinity - #02

Hier gehts jetzt weiter.

Die Topics sind jetzt etwas kürzer als früher, so dass wir immer nach 10 Postings ein neues Topic anfangen, bevor die 2. Seite aufgeht.

Liebe Grüße und frohe Ostern euch allen.

SD 2417.199, 00:30, Krankenstation

Das Balzverhalten von Humanoiden war doch fast immer gleich, selbst wenn die Völker verschieden waren. Oft scheiterte es jedoch an der Sturheit oder dem Unwissen des einen Partners, wie auch in dem Fall der beiden Crewman. Das Weibchen war daran bedacht dem Objekt der Begierde zu gefallen und setzte verschiedene Mittel ein um das Ziel zu erreichen. Es begann mit dem Klassiker: dem Augenaufschlag und endete mit der „Pasta Bewegung“ der Finger in den eigenen Haaren. Dabei wickelte sie ihre Haare gekonnt um Zeige- und Mittelfinger und versuchte damit ihr Interesse Kund zu tun.

Ihr Gegenüber, geschuldet der Evolution oder des mangelnden Intellekts, schien diese offensichtlichen Signale jedoch nicht wahrzunehmen. Sein Gesichtsausdruck schwankte zwischen debil und dem Aufblitzen von sexuellem Verlangen.

Man konnte Geoffrey Home vieles nachsagen: Ignorant, Zyniker und auch das Wort was dem Ende des Afters in den Übergang des Sphinkters bezeichnete. Aber eines war er sicherlich nicht, ein Romantiker. Und so beschloss er, rustikal und liebevoll wie man ihn kannte, dem Ganzen ein Ende zu bereiten. Schließlich war dies hier die Krankenstation und keine Herzblatt- Show für Anfänger. Das Ergebnis war: Zwei Crewman die beleidigt und äußerst angesäuert die Krankenstation verließen, er war sich sicher auch das ominöse Wort gehört zu haben, und ein Arzt der sich dem Nichtstun wieder hingab.

„Ähm Doktor, ich sollte eigentlich wieder in den Maschinenraum.“ Ein junger Ensign hatte sich aus der Schlange der Wartenden gemeldet.

Home stützte sich auf seinen Gehstock und musterte den jungen Mann. „Niemand hat gesagt das sie hier warten müssen. Nun husch, husch zu Mami in den Maschinenraum.“ Seine freie linke Hand machte eine wedelnde Bewegung, ähnlich wie wenn man Hühner über den Hof scheucht.

„Und damit Sie es alle wissen, ich mache Pause. Wer Lust hat nimmt einen der medizinischen Trikorder und scannt seinen Nachbarn. Und bitte, vergessen Sie nicht die Daten abzuspeichern.“ Ohne sich nochmal umzudrehen hinkte er zurück ins Büro des leitenden medizinischen Offiziers, der glücklicherweise nicht da war, setzte sich und schwang sein rechtes Bein auf den Schreibtisch und half seinem linken behebe in dieselbe Position. Er hasste Routineaufgaben, warum sollten es die Anderen nicht spüren?

SD 2417.199, 00:42, Krankenstation, auf den Weg in Behandlungsraum 2

„So alle die jetzt hier warten, sie können noch eine Stunde warten oder gehen. Der Captain ist nun dran.“
„Wie Bitte. Ich warte hier schon fast eine Stunde und soll noch eine Stunde warten, ich glaube…“ Die schrille Stimme eines weiblichen Unteroffiziers echauffierte sich.
„Was Sie glauben meine Liebe, ist mir herzlich egal!“ Home ließ ihr keine Möglichkeit ihren Satz zu beenden.
„Wenn Sie eines Tages Captain sind, und ich dann hier immer noch diensttun sollte, dann bekommen Sie auch eine Vorzugsbehandlung. Ach ja und weitere Beschwerden, richten Sie bitte an Captain Suval. Ich wünsche eine gute Nacht.“ Ein schelmisches Grinsen lag auf seinen Lippen.

Krankenstation, Behandlungsraum 2

„Na schon frei gemacht“?
„Wie meinen?“ Suvals Gesicht wirkte alles andere als entspannt und Geoff wusste nun die Grenze war erreicht oder gar schon leicht überschritten.
„Ein Medizinerscherz“, schob er schnell nach und hoffte die Lage etwas zu entspannen.
„Computer, Beginn der Aufzeichnung Routineuntersuchung Captain Suval“, er griff sich einen medizinischen Trikorder und begann den kommandierenden Offizier zu scannen.
„Vitalparameter in Ordnung, Datenübertragung abgeschlossen“. Nun war dem Sarkast, der Arzt gewichen, welcher fachlich (und das nicht nur seiner Meinung nach) auf einem sehr hohen Level operierte.
„Leiden Sie unter Anspannung?“
„Wieso?“
„Ihr Serotoninwert ist 30% über der Norm. Schlafverhalten?“ Er bemerkte wie sich Suval minimal um die Antwort drückte.
„Gut.“
„Ah ha, wenn Sie es sagen“. Home übertrug noch zwei weitere Werte von dem Trikorder in den Hauptcomputer und von dort in die medizinische Akte.
„Sie lügen furchtbar.“ Fasste Home zusammen.
„Ich darf ja wohl bitten Doktor.“ Suval wirkte gereizter, das Thema schien ihr unangenehm.
„Verzeihen Sie“, seine Stimme klang unfassbar weich und schien auch den Captain zu irritieren.
„Aber ich darf auch wohl bitten das Sie mich nicht belügen.“ Das Weiche war nun dem harten Unterton gewichen.
„Ich möchte das Sie für die nächsten 7 Tage ein Schlafprotokoll führen. Wenn ich merke das Sie mogeln, bekommen sie einen der kleinen Monitore an ihre Stirn getackert!“

Beteiligt: Suval und NPC’s

SD 2417.199 12:30, Büro des taktischen Offiziers

Genüsslich biss Alan von seinem Sandwich. Das Brot war reichlich belegt mit Schinken, Käse, Eiern, Salat und Gurken. Andorianische Senfsoße würzte das ganze Spektakel herzhaft ab. Toni Bretano und er hatten vor einer guten Stunde die Aufgabenverteilung besprochen. Toni würde sich in nächster Zeit mehr um die Jägerstaffeln kümmern, Alan damit mehr um die Routine- und Alltagsaufgaben des taktischen Offiziers. Zufrieden biss er das nächste Stück ab, die verschiedenen Geschmäcker bildeten eine wahre Sinfonie.
„Ich hoffe ich störe Sie beide nicht.“ Schmunzelnd stand die Barkeeperin des Schiffes im Türrahmen des Büros.
„So lange Sie nicht abbeißen wollen, sicher nicht.“ Ihm war es vollkommen entgangenen dass jemand das Büro betreten hatte und fast war es ihm auch schon peinlich.
„Keine Sorge, ich esse später.“ Irini lächelte immer noch über beide Backen. Bisher hatte er nur wenig Zeit gehabt sich mit der Barkeeperin zu unterhalten. Sie schien jedoch für viele eine Art Vertraute zu sein.
„Ich habe eine Einladung für Sie heute Abend“, sie legte die kaffeebraune Karte auf dem Schreibtisch ab.
„Nie hat man eine Serviette, wenn man eine braucht“, Alan versuchte das Sandwich abzulegen und sich an irgendetwas die Hände abzuwischen. Irini schien dies nicht zu entgehen.
„Keine Sorge, sie können es nachher lesen. Aber essen Sie nicht mehr zu viel, es gibt genügend heute Abend.“ Die letzten Worte hatte sie bereits beim Verlasen des Büros gesprochen und die Türen schlossen sich hinter ihr.

„Da hast du ja einen tollen Eindruck hinterlassen Double- A“, redete er mit sich selbst und nahm den nächsten Bissen.

Beteiligt: Irini

SD 2417.199, 13:30 Uhr, Quartier von Suval

Nach dem Gespräch mit Mancuso hatte sich die Kommandantin kurz in ihr Quartier zurück gezogen, um sich frisch zu machen. Darüber hinaus gedachte sie, sich kurz auszuruhen, befand hierfür aber die Couch in ihrem Bereitschaftsraum als angemessener. Die Abgeschiedenheit und Privatsphäre ihres Quartiers empfand sie gegenwärtig als belastend, es verstärkte die gewisse innere Unruhe, die sie nicht leugnen konnte und lud darüber ein, sich Gedanken zu machen. Gedanken über die Fragen, welche sich in Bezug auf die Mission stellten, weit hinaus gehend, befähigt, die persönlichen Geister der Vergangenheit sich manifestieren zu lassen.
Die Unterhaltung mit Breel hatte da einen wesentlichen Anteil.
Mehr und mehr gewann sie den Eindruck eines sie begleitenden Schattens, der mit jeder Minute an Realität und Konsistenz gewann. Ein malträtiertes und misshandeltes Abbild ihrer selbst, ausgezehrt, gedemütigt, gebrochen, mit dunklen Flecken und Platzwunden am ganzen Körper und Abschürfungen an den Handgelenken. Ein Schatten, den man immer nur aus dem Augenwinkel wahrnahm, aber stets wusste, dass er da war.
In diesem Zusammenhang lag Irini einem Trugschluss auf, denn Heilung konnte es für sie nicht geben. Heilung bedeutete Vergessen und ein Vergessen war unmöglich. Das hatte ihr Irini dereinst schon mitgeteilt, noch bevor die Selbsterkenntnis dazu gereift war. Man konnte das Erlebte nur als Chance nutzen, den Schmerz als Erinnerung, seine Fehler nicht zu wiederholen und seine daraus entstandenen Ziele und Prioritäten nicht aus den Augen zu verlieren.
Suval war es in den vergangenen Jahren unter Anleitung der vulkanischen Meister gelungen, sich endgültig und mit aller Intensität ihrem Dämon zu stellen, sich zu arrangieren, zu festigen und schlussendlich die Kontrolle zurück zu erlangen.
In diesem Bewusstsein blickte sie selbstsicher in den Spiegel und besann sich ihrer Professionalität als Kommandantin, die ihr einen großen Teil der notwendigen emotionalen Distanz zusichern sollte. Sie war Offizier, sie trug die Uniform über alle persönlichen Widrigkeiten hinweg aus Überzeugung und sie hatte einen Befehl erhalten, den es auszuführen galt, auch wenn sie einen großen Unwillen dagegen verspürte.
So entschied sie, den Schatten sich selbst zu überlassen, da dieser bestrebt war, ihre Erfolge der Vergangenheit in Frage zu stellen, sie gar herauszufordern. Entschlossen griff sie nach den vier Pins und dem Kommunikator auf der Ablage unter dem Spiegel, zog die Uniform glatt und verließ ihr Quartier in Richtung Hauptwissenschaftslabor.

Die vorgesehene Auszeit musste warten und konnte sie aus ihrer Sicht auch, auch wenn Doktor Home sicher anderer Ansicht gewesen wäre. Sie hatte sich im Laufe der vergangenen Monate wieder einen anderen Schlafrhythmus angeeignet, der mehr der vulkanoiden Physiologie entsprach. Der Vorteil bestand darin, dass durch die Reduzierung der Ruhezeiten auf das notwendige Maß die Konzentration und Leistungsfähigkeit erhöht wurde, da Körper und Geist nicht in unnötiger Bequemlichkeit versanken. Der sich daraus ergebende Nachteil lag in einer temporär erhöhten Serotoninproduktion, die sich aber mit der Gewöhnung an den veränderten Rhythmus langfristig wieder normalisierte. Hinzu kam ihr verstärktes mentales Training, welches sich auf die Bildung des Hormons auswirkte.
Doch diese Details würde sie erst zu gegebener Zeit mit Home diskutieren.

SD 2417.199, 13:50 Uhr, Hauptwissenschaftslabor

Leise zischend schloss sich hinter ihr die Tür und sperrte das Licht des Ganges aus, woraufhin das im sonst abgedunkelten Raum schwebende Hologramm die einzige Lichtquelle darstellte. Nach flüchtiger Einschätzung handelte es sich um die Darstellung von Isograven zweier kollidierender Singularitäten, doch Suval war nicht hier, um sich mit den aktuellen Forschungsthemen der wissenschaftlichen Abteilung zu befassen.
Die Augen derer, die um die Projektion herum standen, konzentrierten sich auf sie.
"Captain, womit können wir helfen?"
"Würden Sie mich mit Commander Medeba und Commander Barclay bitte kurz allein lassen?" Ihr Tonfall war neutral, beinah freundlich, doch weder die Höflichkeit ihrer Worte noch ihr Habitus täuschten darüber hinweg, dass es sich um einen Befehl handelte. Und während die Angesprochenen das Hologramm deaktivierten und die Beleuchtung des Raums wieder normales Niveau erreichte, wandten sich die beiden Wissenschaftsoffiziere, die an zwei der hinteren Konsolen gesessen hatten, ihrem Gast zu.
"Captain...", meinte Barclay und wirkte so blass wie immer. Medebas Körperfarbe hingegen gewann an Intensität und und stellte neben seiner Masse so noch intensiver den Kontrast zu dem schmalen Menschen dar.
"Gehe ich Recht in der Annahme, dass Ihre gegenwärtigen Forschungen keiner Dringlichkeit unterliegen?"
"Doch."
"Nein."
Die beiden Wissenschaftler antworteten gleichzeitig, wobei sich Barclay einen prüfenden Blick beider Nichtmenschen einfing.
"Nein, Ma'am", korrigierte er sich schließlich. Medeba zog vier der sechs auf seinen Kollegen gerichteten Augenstiele wieder ein.
"Dann werden Sie Ihre Kapazitäten für eine besondere Aufgabe nutzen", setzte Suval an, trat näher an die Bedienkonsole und begann etwas aus der Datenbank aufzurufen, dass einer komplexen Entschlüsselung bedurfte. "Mit Überqueren der Grenze zum Raum der Tzenkethi werden wir ein paar Kommunikationssatelliten absetzen, um die abhörsichere Verbindung zum Oberkommando zu gewährleisten." Eine dreidimensionale Darstellung des tzenkethischen Hoheitsgebiets erschien in der zentralen Projektion, während sich die beiden Wissenschaftler fragten, weshalb sie mit dieser nicht ihrem Ressort zuzuordnenden Routineaufgabe betraut wurden. "Sie werden hierfür die wissenschaftlichen Sonden entsprechend ausrüsten." In dem Hologramm leuchteten zahlreiche Punkte quer über das ganze Territorium verteilt auf. "Und das sind die Ziele der Sonden."
"Wofür brauchen wir Kommunikationssatelliten, die gar nicht zwischen Tzenkethi Prime und der Erde liegen?" wollte Barclay wissen, als ihm auch schon ein Licht aufging.
"Die primäre Aufgabe der Sonden besteht gar nicht in der Kommunikation", stellte der Sulamide ergänzend fest.
Suvals Antwort bestand aus Schweigen.
"Ist das nicht Spionage?" Barclay wirkte nervös.
"Ich nenne das Aufklärung", erwiderte die Rihanna. "Darüber hinaus wird dem erbetenen diplomatischen Personal wohl niemand den direkten Draht zur eigenen Regierung verwehren können."

[Beteiligte: Medeba, Barclay]

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