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Trinity - #03

Hier geht's nun wie folgt weiter:

 

Die Delegation nebst sämtlicher am Boden befindlicher Besatzungsmitglieder (mit Ausnahme von Suval natürlich) kehren aufs Schiff zurück. Von dort aus kann nach allen Regeln der diplomatischen Kunst versucht werden, die Lage zu klären - Rücksprache mit dem Oberkommando etc. Zeitgleich darf die Sicherheitsabteilung gern einen Plan entwickeln, wie die Situation abseits der Diplomatie gelöst werden kann - zum Einsatz selbst soll es erstmal aber nicht kommen.

Alles weitere folgt in den Logs.

SD 2417.201, 13:00 Uhr, USS Iowa, Transporterraum

 

In der großen Halle auf Tzenkethi Prime hatte Talera den Blickkontakt zu Mancuso gesucht und während des Beamvorgangs gehalten. Sollte sie telepathisch nicht der Lage sein zu spüren, was im Sicherheitschef vorging, gab er sich freundlicherweise keine Mühe zu verbergen, welcher Vulkan in ihm kurz vor der Eruption stand.

Der Rematerialisationseffekt war noch nicht abgeklungen, als er ziemlich laut und ziemlich rüde angesprochen wurde.

„Bericht, Mancuso, wo ist der Captain und welche Scheiße ist da unten passiert?“, donnerte Momoa mit einer sehr beeindruckenden Stimme los. Unwillkürlich wich der Chief zurück und kam deswegen ins Stolpern.

„Die Tzenkethi haben sie gefangen genommen, Sir.“

Man sah Momoa an, dass er sich sehr beherrschen musste. Seine Magmakammer war offenbar auch sehr gut gefüllt. Er atmete zweimal tief ein und wieder aus.

Die kurze Kunstpause nutzten die Mitglieder des Sicherheitsteams und das Botschaftspersonal mit Ausnahme von Talera, den Transporterraum fluchtartig zu verlassen.

„Gut, ich stell die Frage anders, Master Chief: Wieso leben die Tzenkethi noch, die unseren Captain haben? Wieso ist der Captain nicht hier? Sie waren zu Ihrem verdammten Schutz da unten eingeteilt!“

Mancuso öffnete den Mund, schloss ihn aber wieder, ohne etwas anders zu sagen, außer „Sir“.

„Ich warte immer noch auf eine Erklärung? Ansonsten werde ich Sie wegen Pflichtvergessenheit in den Arrest werfen, oder am besten gleich wegen Feigheit vor dem Feind.“

 

Das saß. Mancuso ließ sich als vieles bezeichnen. Aber feige war definitiv der Punkt, an die rote Linie überschritten war. Er baute sich vor Momoa auf, das heißt, er versuchte es. Jemanden durch Körperlichkeit zu beeindrucken, der gut einen Kopf größer war als man selbst, gelang einfach nicht. Trotzdem blieben die geballten Fäuste und der Gesichtsausdruck zum Granitbrechen nicht unbemerkt.

„Was soll das werden? Tätlicher Angriff auf einen Vorgesetzten? Wo war denn dieser Mut unten auf diesem Kackplaneten voller Spinner?“

 

„Commander“, mischte sich die Botschafterin ein, „es besteht gar kein Grund für diese emotionale Reaktion. Master Chief Mancuso hat absolut korrekt gehandelt. Ich bestätige Ihnen das. Oder wollen Sie meinen Worten nicht glauben?“ Ohne eine Antwort abzuwarten, drehte sich die Vulkanierin um und verschwand mit einem sehr dramatischen Abgang. Selbst der rauschende und glitzernde Stoff ihrer Kleidung unterstützte die Gesamtkomposition. Damit waren Erster Offizier und Sicherheitschef allein.

 

„Was meint Ihre Mutti denn damit?“ fragte Momoa. Beziehungsweise wollte er fragen, denn nach dem Wort Mutti wurde er rüde von einer Faust unterbrochen, die auf seinen Kiefer hämmerte.

 

Beteiligte Charaktere: Momoa, Talera

 

 

SD 2417.201, 13:15 Uhr, USS Iowa, Quartier der Botschafterin

 

„Stellen Sie eine Konferenzschaltung mit den beiden anderen Botschaftern her“, befahl Talera übergangslos beim Betreten ihrer Räumlichkeiten. Mit einem bestätigenden Kopfnicken stellte sie fest, dass die Adjutanten aller drei Botschafter diese Konferenz erahnt und vorbereitet hatten.

Botschafter Aehkhifv tr’Liun lächelte und Botschafter Morok aus dem Hause Kamorrha schaute grimmig in die Kamera.

„Ich denke, wir sind uns einig, dass das Verhalten der Tzenkethi absolut indiskutabel ist.“ Talera eröffnete.

„Captain Suval ist ganz allein Ihr Problem, Botschafterin, und …“ – „Verzeih, Aehkhifv, wenn ich Dich unterbreche, aber ich spreche von dieser Rechnung.“

Die drei Botschafter kannten sich seit Jahren. Sie hatten quasi gemeinsam im diplomatischen Dienst Karriere gemacht, auch wenn unter unterschiedlichen Postleitzahlen. Es war also eines von diesen Gesprächen.

„Du überraschst mich immer noch“, gestand der Rihannsu ein. „Aber in dem Fall sind wir Deiner Meinung. Nicht wahr, Morok?“ – „Ich würde diesem Kanzler am liebsten die Eingeweide rausschneiden und…“ – „Stört es Dich, wenn ich versuche, nebenbei etwas zu essen und bei mir zu behalten?“ – „Empfindliches Spitzohr!“ – „Unkultivierter Barbar!“ – „Könntet Ihr das bitte lassen? Wir haben einiges in die richtigen Bahnen zu lenken.“

Beide Botschafter schauten etwas konsterniert. „Entschuldigung. Wenn man sein Image lang genug spielt…“

Tr’Luin zwinkerte ihm zu. „Also ich bin mit weitreichenden Vollmachten ausgestattet und habe das Recht, diesen Blödsinn sofort zurückzuweisen. Für eine Kriegserklärung müsste ich Rücksprache halten.“ – „Ebenso. Allerdings ist der Kommandant des Schiffes, Garok, ziemlich erpicht darauf, klingonische Dinge zu tun, wenn Ihr versteht.“ – „Völlig“, bestätigte Talera, „wie können wir das in sinnvolle Bahnen lenken?“ – „Ich hätte da eine Idee, aber es stehen zwei Probleme im Raum. Erstens wird es bestimmt sehr schwer, t'Riuurren davon zu überzeugen und zweitens, Talera, Du schuldest mir dann etwas.“

Der Rihannsu lächelte verschlagen hinter seinen Händen, die er – Fingerspitzen aneinander gepresst, Zeigefinger an der Nase, Daumen am Kinn – dramatisch einsetzte.

 

Beteiligte Charaktere: Momoa, Talera, Morok aus dem Hause Kamorrha (kling. Botschafter), Aehkhifv tr’Liun (rihann. Botschafter)

 

 

SD 2417.201, 13:45 Uhr, USS Iowa, Brücke

 

„Alarmstufe Rot! Lassen Sie alle Jäger starten. Volle Gefechtsbereitschaft“, befahl Momoa mit voller Stimme, hielt sich aber dann den Kiefer. Eine Stelle über seinem Auge war geschwollen und intensiv rot. Der Rest der Brückencrew nahm das zur Kenntnis, hütete sich aber, den Blick auf Momoas Dellen zu lassen oder gar danach zu Fragen.

„Beide Alarmstaffeln im All. Die beiden Bereitschaftsstaffeln folgen in zwei Minuten, die drei Freiwachen in fünf, die Reserve in zehn“, meldete Oliphant von der taktischen Station.

„Sagen Sie dem CAG, ich will die Reserve auch in fünf Minuten!“ – „Aye, Sir.“

 

Zum ersten Mal seit der Installation des neuen Moduls konnte die Crew der Iowa in der Realität bewundern, womit sie ausgestattet worden war. Vierundzwanzig Jäger, jeweils zwölf auf der Steuerbord und zwölf auf der Backbordseite wurden mit gut achtzig Metern pro Sekunde Endgeschwindigkeit aus den Startröhren geschleudert. Dies überlebte man nur mit einem richtig guten Trägheitsdämpfer. Die beiden Staffeln ordneten sich in Form eines Zugvogelschwarms auf ihren Seiten neben der Iowa an.

 

„Mancuso auf die Brücke“, befahl Momoa vom Sessel des Kommandanten aus. Er hämmerte auf das Display, schloss so den Kanal auf dramatische Weise.

Mancuso betrat nach wenigen Sekunden die Brücke, er war bestimmt schon im Turbolift auf dem Weg gewesen. Er war auch gezeichnet. Die Nase dick, vermutlich gebrochen, dazu kam ziemlich übles Zahnfleischbluten, was sein Lächeln nun völlig ins Surreale abdriften ließ.

„Sir, wie befohlen“, meldete er sich. – „Ich will ein Einsatzteam, bis an die Zähne bewaffnet, um den Captain rauszuholen.“ – „Ich habe achtzig Leute in Einsatzbereitschaft in den Transporterräumen. Mehr ist nicht drin, ohne die innere Sicherheit des Schiffes zu riskieren.“ – „Alles klar, bereithalten!“

 

Mittlerweile waren tatsächlich alles sechsundneunzig Jäger gestartet und hatten fast ihre Formation bezogen.

„Chief, darf ich Sie etwas fragen“, sprach ihn Medeba an. Der Sulamide hatte derzeit nicht viel zu tun, seine Sensoren wurden von der Operationsplanung und der Taktik blockiert.

„Was?“ – „Genau, was ist mit Ihrem Gesicht passiert?“ – „Bin gegen eine Tür gelaufen.“ – „Und Commander Momoa?“ – „Auch, aber von der anderen Seite.“

 

Beteiligte Charaktere: Momoa, Medeba, Oliphant

 

 

SD 2417.201, 13:50 Uhr, Tzenkethi Prime, Hauptstadt

 

„Nasen in den Dreck, Bilder machen, nicht schießen.“ – „Wie ‚nicht schießen‘?“ – „So lautet der Befehl. Dies ist eine Aufklärungsmission. Wir erkunden die feindlichen Stellungen, sammeln taktische Informationen und liefern sie gesund und munter auf der Iowa ab.“ – „Warum wir?“ – „Weil wir nah genug herankommen, um das Dämpfungsfeld zu durchstoßen und vielleicht schießt der eine oder andere auf Nacho, und verrät so seine Stellung.“ –„Bitte?“, begann Nacho sich zu beschweren.

„Klappe. Alle haben Ihre Kursdaten im Computer. Weicht nur davon ab, wenn es nicht anders geht. Beschuss oder Geographie. Klar?“

 

Die Piloten bestätigten dem CAG ihre Befehle.

„Dann los. Gute Jagd!“

 

Wie auf ein Kommando stürzten sich die Jäger aus dem Orbit. Der Eintritt in die Atmosphäre war kurz und heftig, aber lang genug, um die Atmosphärenkonfiguration der Jäger einzustellen. Mit achtfacher Schallgeschwindigkeit donnerten die Maschinen in Richtung Hauptstadt, scannten und zeichneten auf.

Tatsächlich gab es anfangs mehrere Alarme, dass einzelne Maschinen von aktiven Sensoren erfasst worden waren. Die Positionen der Sender, ob tatsächlich nur Überwachung oder Zielerfassung von Abfangraketen, wurden gespeichert und für einen Angriff markiert. Nach einigen Minuten schienen die Tzenkethi aber zu begreifen, dass hier kein Krieg begonnen wurde, sondern sie ausspioniert werden sollten. Offenbar hatte einer der Kommandanten befohlen, jede aktive Peilung einzustellen, denn die Alarme hörten schlagartig auf. Es stiegen auch keine Abfangjäger oder ähnliches auf.

 

Beteiligte Charaktere: Piloten

 

SD 2417.201, 13:53 Uhr, USS Iowa, Brücke

 

„Was glauben Sie eigentlich, was Sie da tun, Commander?“ Talera tauchte wie eine Furie auf der Brücke auf.

„Aufklärung“, stellte der derzeitige Kommandant einsilbig fest.

„Hören Sie auf damit!“ – „Das ist klar eine militärische Situation. Und hier haben Sie keinerlei Kompetenz, Frau Botschafterin.“ – „Sie eskalieren unnötigerweise einen Konflikt.“ – „Bitte? Die haben unseren Captain!“ – „Und diese Aktion bringt sie nicht zurück. Ahnen Sie ansatzweise, wie schwer es war, die Klingonen und Rihannsu abzuhalten, Ihre aggressive Art nicht mit einer Breitseite zu beantworten? Aus Gründen, die ich nicht kenne, mag Garok sie, aber t'Riuurren würde die Iowa nur zu gern pulverisieren.“ – „Soll Sie es versuchen…“ – „Tut Sie aber nicht. Rufen Sie die Jäger zurück.“ – „Auf keinen Fall. Ich habe hier das Kommando. Dies ist eindeutig eine militärische Lage…“

Ohne ihn auch nur eines Blickes zu würdigen, sprach die Vulkanierin den Sicherheitschef an. „Chief Mancuso?“

„Ma’am?“ fragte dieser irritiert.

„Wie lautete der Befehl von Captain Suval?“

Mancuso kniff die Augen zusammen. „Ich bin mir nicht ganz sicher, was Sie meinen, Botschafterin.“

„Welchen Befehl erteilte Captain Suval in der großen Halle auf Tzenkethi Prime, während hunderte Waffen auf sie gerichtet waren.“ – „Sie sagte: ‚ Chief, keine Interventionen. Sorgen Sie dafür, dass alle an Bord zurück kehren und informieren Sie Commander Momoa!‘ – „Danke, Chief. Commander, wie stehen Sie zu diesem Befehl?“

Momoa kniff die Augen zusammen und bedachte Mancuso mit einem „Sie hätten mir das sagen müssen!“ – Blick.

„Holen Sie die Jäger zurück.“

 

Kurz nachdem alle Jäger gelandet waren, leuchtete die taktische Konsole auf wie ein Weihnachtsbaum.

„Waffenaktivierung Tzenkethischlächter und Syzygy! Beide haben uns im Visier.“ Toni Bretano schien vor einem Herzinfarkt zu stehen.

„Lassen Sie die Jäger wieder….“ – „Moment, Sir, die Zielerfassung ändert sich. Beide erfassen neue Ziele.“ – „Wo? Und Was?“ – „Planetare Oberfläche. Vermutete Geschützstellungen, Kasernen, Verwaltung, Infrastruktur. Sie folgen quasi unserem Muster.

 

Momoa schaute ein wenig beeindruckt zu Talera.

 

Beteiligte Charaktere: Momoa, Talera, Bretano

 

"Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, mit Geld, das wir nicht haben, um Leute zu beeidrucken, die wir hassen." - Tyler Durden (Fight Club)

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